Was kostet Individualsoftware?
Die ehrliche Antwort lautet: Das kann Ihnen niemand seriös sagen, bevor er Ihren Betrieb kennt. Was man sehr wohl sagen kann, ist, wovon der Preis abhängt. Darum geht es hier.
Wenn Sie diese Frage in eine Suchmaschine tippen, bekommen Sie entweder Spannen von tausend bis hunderttausend Euro, was nichts bedeutet, oder ein Kontaktformular. Beides hilft nicht bei der Entscheidung, um die es Ihnen eigentlich geht: Lohnt sich das für uns, oder nehmen wir etwas Fertiges?
Sechs Fragen, die den Preis bestimmen
Nicht die Zahl der Funktionen entscheidet, sondern diese sechs Punkte. Wer sie für sich beantwortet, kann ein Angebot lesen und erkennen, ob es zum eigenen Vorhaben passt.
Wie viele Rollen gibt es?
Eine Anwendung, die alle gleich sehen, ist deutlich billiger als eine mit Leitung, Beschäftigten und Auftraggeber. Jede zusätzliche Rolle bedeutet eigene Rechte, eigene Ansichten und eigene Tests, die beweisen, dass die Trennung hält.
Muss sie ohne Netz funktionieren?
Auf der Baustelle oder im Keller ja, im Büro nein. Offline-Fähigkeit ist der Unterschied zwischen einer Website und einer Anwendung, die Daten zwischenspeichert und später abgleicht. Das ist ein spürbarer Aufwand und manchmal überflüssig.
Welche Dokumente entstehen?
Eine Liste auf dem Bildschirm ist eine Sache. Ein fortlaufend nummerierter Nachweis als PDF, den ein Auftraggeber akzeptiert, ist eine andere. Papier hat Regeln, und die kosten Zeit.
Woran hängt sie dran?
Ein System für sich ist überschaubar. Sobald Lohnbuchhaltung, Warenwirtschaft oder eine Branchensoftware angebunden werden sollen, hängt der Preis an deren Schnittstelle, nicht an unserer Arbeit.
Wie schlimm wäre ein Fehler?
Bei Arbeitszeiten und Gesundheitsdaten prüfen wir schärfer, schreiben mehr Tests und dokumentieren mehr. Bei einer internen Materialliste wäre derselbe Aufwand Verschwendung. Diese Frage entscheidet mehr über den Preis als jede Funktionsliste.
Wer pflegt die Inhalte?
Eine Pflegeoberfläche für Texte, Stammdaten und Vorlagen ist bequem und kostet extra. Für viele kleine Betriebe ist es billiger, Änderungen abzugeben, als eine Oberfläche zu bezahlen, die zweimal im Jahr benutzt wird.
Die Rechnung, die selten jemand aufmacht
Standardsoftware wird pro Person und Monat bezahlt. Das klingt klein und läuft dauerhaft. Individualsoftware wird einmal bezahlt und danach nur gepflegt. Rechnen Sie beides über fünf Jahre, und der Abstand wird oft kleiner, als es am ersten Tag aussieht.
Trotzdem ist der Preis meist nicht der Punkt. Der Punkt ist, wie viele Tabellen Sie neben der fertigen Lösung führen müssen, weil sie Ihren Ablauf nicht ganz trifft. Diese Tabellen kosten jede Woche Zeit und erzeugen die Fehler, über die sich später alle ärgern. Wenn es bei Ihnen keine solchen Tabellen gibt, nehmen Sie das Fertige. Wenn es sie gibt, lohnt sich das Gespräch.
Ein Punkt, der bei uns zu Ihren Gunsten ausfällt
Wir arbeiten als Kleinunternehmen nach § 19 UStG und weisen keine Umsatzsteuer aus. Unsere Preise sind Endpreise. Für Sie zählt das allerdings nur, wenn Sie selbst keine Vorsteuer ziehen können: für Arztpraxen und andere heilberufliche Leistungen nach § 4 Nr. 14 UStG, für Vereine, für andere Kleinunternehmen und für Privatpersonen. Dort sind unsere Angebote gegenüber einem regelbesteuerten Anbieter tatsächlich um die Umsatzsteuer günstiger.
Sind Sie eine vorsteuerabzugsberechtigte GmbH oder ein Handwerksbetrieb, ist es für Sie neutral. Wir schreiben das dazu, weil es sonst nach einem Vorteil klingt, den es für Sie gar nicht gibt.
- Nehmen Sie etwas Fertiges, wenn Ihr Ablauf dem Standard entspricht und Sie ihn ändern können.
- Bauen Sie etwas Eigenes, wenn Ihr Ablauf Ihr Vorteil ist und Sie ihn nicht aufgeben wollen.
- Bauen Sie nie etwas Eigenes, weil eine fertige Lösung drei Felder zu viel hat.
Häufige Fragen
Warum nennt ihr keinen Preis auf der Website?
Weil jede Zahl vor dem ersten Gespräch geraten wäre. Dieselbe Anforderung kostet je nach Rollenmodell, Offline-Fähigkeit und Schnittstellen ein Vielfaches. Anbieter, die eine Zahl auf die Seite schreiben, meinen entweder ein Standardprodukt oder korrigieren später nach oben.
Rechnet ihr nach Stunden oder zum Festpreis?
Zum Festpreis, aber nicht für das ganze Vorhaben auf einmal. Wir schneiden den kleinsten Teil, der im Betrieb schon nützt, und nennen dafür einen festen Preis. Danach entscheiden Sie, ob der nächste Abschnitt kommt. So tragen Sie nicht das Risiko einer Schätzung über ein halbes Jahr.
Lohnt sich Individualsoftware gegenüber einer fertigen Lösung?
Nicht immer, und wir sagen es, wenn nicht. Rechnen Sie ehrlich: Eine Standardlösung mit fünf Euro pro Person und Monat kostet bei fünfzehn Beschäftigten neunhundert Euro im Jahr, dauerhaft. Eigenes ist einmalig teurer und danach billiger. Der Ausschlag liegt aber selten beim Preis, sondern bei der Frage, wie viel Excel Sie neben der fertigen Lösung führen müssen.
Was passiert nach der Übergabe?
Der Quelltext gehört Ihnen, das regeln wir im Vertrag. Wartung und Weiterbau bieten wir an, aber als Angebot und nicht als Bedingung. Sie sollen bei uns bleiben, weil es läuft, nicht weil Sie nicht wegkönnen.
Wie lange dauert ein erstes nutzbares Ergebnis?
Der erste Abschnitt liegt meist bei wenigen Wochen. Wichtiger als das Datum ist, dass Sie alle paar Tage etwas zu sehen bekommen und früh merken, wenn etwas anders gedacht war als besprochen.
Der günstigste Weg zu einer Zahl ist ein Gespräch
Es kostet nichts und endet manchmal damit, dass wir Ihnen von eigener Software abraten. Das ist kein schlechter Ausgang.
